„Verzagen Sie nicht, wenn’s auf Sie zukommt"

            Informationen über die finanziellen Herausforderungen der                   Pflegezeit im Seniorencafé    

        
 "Wie man die Pflegezeit finanziell meistert" lautete das Thema eines  Vortrags, zu dem die  Fraueninitiative Heddesbach am letzten  Dienstagmittag im Rahmen ihrer Seniorennachmittage iin die Räume des  Rathauses nach Heddesbach eingeladen hatte. Was auf den ersten Blick
 etwas trocken klang, entpuppte sich für die ZuhörerInnen als äußerst  kurzweilige und trotzdem sehr informative Veranstaltung. Die  Sprecherin der Fraueninitiative Heddesbach, Ursula Suermann, konnte  neben den Senioren und weiteren an dem Thema interessierten Gästen
 als Referenten Thomas Rohr aus dem Sparkassenberatungsdienst „Geld  und Haushalt" begrüßen. Dieser wartete immer wieder mit praktischen  Beispielen auf und hatte trotz des Ernstes des Themas sogar Gedicht  und Witz auf Lager.            
 „Schlafend sterben im Bett lässt sich nicht immer einrichten" führte  der Gast die Runde vom Wunschtraum schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Und schon war man mittendrin im Thema. „Wir werden  älter, bleiben aber auch länger gesund", sagte Thomas Rohr. Trotzdem
 nimmt die Zahl der Pflegebedürftigen zu. 2,7 Millionen sind es  aktuell, 3,5 Millionen werden 2030 und sogar 4,5 Millionen 2060 erwartet. „Derzeit bewegen uns die Flüchtlinge, aber langfristig ist  das Thema Pflege mindestens genauso wichtig", unterstrich der  Experte angesichts dieser Zahlen.    
 Der Trend gehe zur häuslichen Pflege. Dem tragen die beiden neuen Pflegestärkungsgesetze mit zum Teil deutlich erhöhten Sätzen für die  ambulante Pflege in den eigenen vier Wänden Rechnung. Aus drei   Pflegestufen werden fünf Pflegegrade, was auf einen Schlag zu einer
 halben Million mehr Leistungsbeziehern führt. Der Mann vom    Sparkassenberatungsdienst hält die beiden jungen Pflegestärkungsgesetze dennoch für einen „ordentlichen Wurf". So
 fällt beispielsweise die bisherige Minutenzählerei bei der  Einstufung weg. Und auch der Eigenanteil in der stationären Pflege  bei der Einstufung in den nächsthöheren Pflegegrad steigt künftig  nicht mehr.            
 Als Vollkaskoversicherung war die 1995 eingeführte  Pflegeversicherung nie konzipiert. Das ist bei einem Beitrag von  derzeit mindestens 2,35 Prozent aus dem Bruttoeinkommen, der zum
 01.01.2017 auf maximal 2,8 Prozent steigen wird, und einer   durchschnittlichen Pflegedauer von 8,3 Jahren auch schlechterdings unmöglich. Die Versorgungslücke zwischen Versiche-rungsleistung und   möglichen Pflege(heim)kosten muss durch die eigene Rente, Vermögen
 oder die unterhaltspflichtigen Kinder gedeckt werden. „Bei mir wären  das für meine Mutter knapp 300 Euro im Monat", entschärfte Thomas  Rohr jedoch sofort Befürchtungen nach einer unverhältnismäßig hohen  finanziellen Belastung der Angehörigen. Und wo das alles nicht
 reicht, springt der Staat ein. Die Betreuung ist die gleiche. „Ich  finde es wichtig, dass  Menschen am Ende ihrer Tage richtig versorgt  werden", bekräftigte Rohr trotzdem, „wir können stolz sein, in einem  System zu leben, wo jeder aufgefangen wird." „Verzagen Sie nicht,  wenn’s auf Sie zukommt," endete er, „es gibt Hilfen!".  Mit großem Applaus und zum Dank überreichten Annemarie Backfisch und  Ursula Suermann Herrn Rohr eine Kiste mit Falter-Saft für seine eigene  Gesundheit.
 Die Senioren und ihre Gäste feierten noch mit Kaffee, Kuchen und   Sekt und einem sehr schönen musikalischen Beitrag von Tanja Milkner  auf der Querflöte und einem von ihr selbst verfassten Gedicht über  einen Apfelbaum die Geburtstage der letzten Wochen.            
Der Sparkassenberatungsdienst bietet übrigens diese Vorträge  vollkommen unentgeltlich sowohl für den Veranstalter als auch für  die Teilnehmer an.

 

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