Großes Interesse an der Äskulapnatter 

 

Am 17.04.2013 konnte Bürgermeister Hermann Roth seinen Gemeinderat und 35 weitere Gäste aus Heddesbach und Umgebung begrüßen, die der Einladung zu einem Informationsabend über die Äskulapnatter gefolgt waren.Interessiert und gespannt folgte man den Ausführungen von Herrn Dr. Michael Waitzmann von der ehrenamtlichen Arbeitsgemeinschaft Äskulapnatter, der im 1. Teil des Abends über Schlangenarten und speziell über Lebensgewohnheiten und -räume der Äskulapnatter mit Fotos und Kurzfilmen referierte. So hörten die Teilnehmer, dass von den 6 in Europa vorkommenden Schlangen nur 2 giftig seien, nämlich die Kreuzotter und die Aspisviper. Beide kommen aber weder im Neckartal noch im Odenwald vor; hier teilt sich die Äskulapnatter ihren ebensraum häufig mit den ebenfalls wie sie ungiftigen Arten Schlingnatter und Ringel-natter. Weitere Populationen der Äskulapnatter befinden sich im Taunus, im Donautal und an der unteren Salzach/Bayern. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist die Äskulapnatter streng geschützt. Sie darf also nicht gefangen, getötet oder während sensibler Zeiten erheblich gestört werden. Auch ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten sind geschützt. Ebenso gilt das für die nur in Rheinland-Pfalz vorkommende Würfelnatter, die vom Aussterben bedroht ist.  Sehr erstaunt waren die meisten Zuhörer, als Dr. Waitzmann darüber berichtete, dass die Äskulapnatter nur 4 Monate überhaupt aktiv ist, nämlich in der Zeit von Ende April bis Ende August, wobei die Paarung im Mai stattfindet. Der gute Kletterer kann bis zu 180 cm lang und bis zu 30 Jahre alt werden. Die Nahrung besteht überwiegend aus Mäusen und Ratten, gelegentlich auch Vögel und Eidechsen. Das Weibchen legt zwischen 5 und 15 Eier, wobei die Jungtiere erst im September ausschlüpfen. Beeindruckend ein Kurzfilm über das Schlüpfen der Schlange: Aus einem 5 cm großen Ei schlüpfte eine 5 cm-lange Schlange!  Charakteristische Lebensräume sind freie Wiesenhänge und Streuobstwiesen, aber auch Trockenmauern, Steinbrüche, Schüttplätze und Bahndämme, Weg- und straßenränder. Selbst im Siedlungsbereich kann man die Äskulapnatter antreffen. Natürliche Eiablageplätze sind vermoderndes Laub, Baumhöhlen, aber auch Mist- und Komposthaufen, Kuhställe. Die AG Äskulapnatter hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensräume der Äskulapnatter zu schützen. Hierüber berichtete engagiert Frau Jenny Behm, die im 2. Teil des Abends vom ehrenamtlichem Bau von Eiablageplätzen, Tagesverstecken und der Biotopflege der AG erzählte. Diese Arbeit würde aber z. Z. sehr durch Wildschweine behindert, die die Eiablagen plünderten, ber auch - und das sei nicht witzig - durch „Holzklau" an den von ihnen errichteten Tagesverstecken. Das umfangreiche Schutz-Programm wird von der Unteren Naturschutzbehörde sowohl des Kreises Bergstraße als auch des Rhein-Neckar-Kreises sowie von den Gemeinden Eberbach, Heddesbach, Hirschhorn und Neckarsteinach unterstützt. Sowohl Herr Dr. Waitzmann als auch Frau Behm baten die Zuhörer bei diesem Schutz für die Äskulapnatter mitzuwirken, indem sie die „Gäste" tolerieren, Komposthaufen anlegen, bei Mährarbeiten auf Schlangen achten, Trockenmauern und Steinhaufen anlegen oder erhalten und besonders auch die Äskulapnatterfunde der AG melden. Ein ganz besonderer Star dieses Abends war eine Äskulapnatter, die - auf den Armen von Frau Behm - sich Streichel-einheiten von couragierten Teilnehmern gefallen ließ. Andere Teilnehmer blieben allerdings doch ein wenig im Abstand und schauten nur den Bewegungen der schwarz-braunen, mit weißen Punkten gemusterten Schlange mit ihrer gelben Unterseite interessiert zu. Einige Zuhörer aber meldeten sich auch bei den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft, um ihre Hilfe bei der im Herbst durchzuführenden Kontrolle der Eiablagen, die sehr zeitraubend ist, anzubieten.

 

Mit einem Geschenk verabschiedete Bürgermeister Hermann Roth die beiden Referenten und ein weiteres Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Äskulapnatter, Herrn Dr. Sandmeier, bedankte sich für den sehr interessanten Informations-abend und drückte seine Wünsche aus für eine erfolgreiche Weiterführung des Äskulapnatter-Schutzes.

 

Ursula Suermann

 

 

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